In Fontana gibt es einige schöne Holzhäuser zu sehen. Sie stammen größtenteils aus dem 18. Jahrhundert: Auf der linken Seite steht s’Paulan-Haus aus dem Jahr 1737, rechts gegenüber hingegen stehen zwei Schindelhäuser. Sie sind mit abgerundeten Holzbrettern verziert, die auch der Wärmedämmung dienten.
Einige der teilweise gemauerten Häuser tragen das Familienwappen an der Fassade, das oft den Beruf des Familienoberhaupts zeigt. Beispiele dafür sind das Schlossar Haus und s’Tizn – Prunnar s’Sèffilan-Haus. Letzteres trägt das Wappen einer der drei hier ansässigen Familien und die Jahreszahl 1650 am Eingangstor.
Ein paar Schritte weiter erreicht man s’Plasn Haus aus dem Jahr 1707.
Beeindruckend ist sowohl das solide Wohnhaus, als auch die seltene Keisn auf der angrenzenden Wiese. Dabei handelt es sich um eines der letzten alten Holzgestelle, auf denen vor allem Hülsenfrüchte und Getreide, darunter auch Saubohnen, getrocknet wurden. Ähnlich wie die Harpfe in den Tiroler und Kärntner Tälern waren Keisn hohe, fast kolossale Bauwerke.
Das Trocknen von landwirtschaftlichen Produkten oder Heu fand auch auf den Balkonen des Stall-Heuspeichers statt, von dem es zwei Arten gab: Entweder an der Nordseite des Wohnhauses angebaut oder separat, in einem nahegelegenen Gebäude, in dessen Erdgeschoss sich der Stall für das Vieh und im Obergeschoss der Heuboden befanden. Die Viehzucht (Kühe, Schweine, Schafe und Ziegen) lieferte Milch und Fleisch für den häuslichen Bedarf, während die Hennen Eier lieferten. Neben dem Bauernhaus durfte ein Gemüsegarten nicht fehlen. Hier wurden allerlei Gemüsesorten und aromatische Kräuter wie Estragon oder Blumen wie Mohn angebaut, dessen Samen bei der Zubereitung von Süßspeisen zum Einsatz kamen. Auf den Feldern rund um die Siedlung wurden Kartoffeln, Kohl, Rüben und Getreide wie Roggen, Gerste und Hafer angebaut.
Einige Produkte der lokalen gastronomischen Tradition sind zusammen mit der Polenta bis heute erhalten geblieben bzw. wiederentdeckt worden.
