Auch heute noch bringen die Einwohner von Sappada jedes Jahr ihre Frömmigkeit zum Ausdruck, indem sie zum Wallfahrtskirche Maria Schnee in Maria Luggau in Österreich pilgern.
Die Wallfahrt entstand als Gelübde an die Jungfrau Maria im Jahr 1804, als die Pest unter dem Vieh grassierte und eine schwere Hungersnot auszulösen drohte.
Sie findet am dritten Wochenende im September statt. Die Prozession beginnt im Morgengrauen am Samstag vor der Kirche in Cima: Es geht vom Sesis-Tal an den Piave-Quellen am Fuße des Monte Peralba (Hochweißstein) vorbei bis zur Calvi-Hütte und von dort weiter in Richtung österreichische Grenze. Nach einigen Zwischenstopps auf dem Weg (Hochweisssteinhütte, Ingridhütte und Plodar ròschte) geht die Prozession weiter nach Frohn, wo Messe gefeiert wird, und dann weiter bis ans Ziel. Ca. 9 Stunden dauert die 32 km lange Wallfahrt zur Erfüllung des alten Gelübdes.
Die Wallfahrt ist auch eine Gelegenheit, das jahrhundertelange Band der Freundschaft zwischen den Gemeinden Sappada und Maria Luggau zu stärken. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden über die Berge hinweg immer wieder Waren ausgetauscht, sogar geschmuggelt.
Am Morgen nach der Wallfahrt treten die Pilger nach der Messe in der Basilika auf demselben Pfad den Rückweg nach Sappada an. Sie werden von den im Dorf verbliebenen Menschen herzlich empfangen und gehen zur Kirche Santa Margherita, wo sie gemeinsam das Te Deum feiern.
